Hammer erfährt nach Insolvenz grundlegende Neuausrichtung unter neuem Investor.
Die Traditionsmarke Hammer wurde nach der Insolvenz der Brüder Schlau GmbH von dem Investorenkonsortium ReThink übernommen. Zukünftig soll der Fokus stärker auf Dienstleistungen im Bereich Raumausstattung und Handwerk gelegt werden, um Umsatzrückgänge und strukturelle Probleme zu überwinden.
- Hammer meldete Insolvenz und übergab 93 Märkte an ReThink.
- Umsätze sanken drastisch auf 589,9 Millionen Euro in 2023.
- Neuer Eigentümer plant strategische Neuausrichtung auf Dienstleistungen.
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Hammer nach Insolvenz neu aufgestellt: Investor übernimmt 93 Märkte
Die bekannte Fachmarktkette Hammer steht nach Insolvenz und Übernahme vor einer grundlegenden Neuausrichtung. Nachdem die Muttergesellschaft "Brüder Schlau GmbH" im Juni 2025 Insolvenz anmelden musste, hat im Oktober ein Investorenkonsortium namens "ReThink" insgesamt 93 Hammer-Märkte übernommen. Künftig soll der Schwerpunkt stärker auf Dienstleistungen rund um Raumausstattung und Handwerk gelegt werden.
Traditionsmarke unter Druck geraten
Hammer zählt seit Jahrzehnten zu den etablierten Anbietern für Raumgestaltung in Deutschland. Zuletzt betrieb das Unternehmen rund 180 Filialen bundesweit. Das Sortiment reichte von Tapeten, Bodenbelägen und Farben über Gardinen bis hin zu weiterem Zubehör für die Wohnraumgestaltung. Zielgruppe waren sowohl private Renovierer als auch professionelle Anwender.
Betrieben wurden die Märkte von der Brüder Schlau GmbH, einem Unternehmen mit langer Geschichte: Gegründet wurde es bereits 1921 von zwei Brüdern mit dem Nachnamen Schlau und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einer großen Handelsgruppe für Raumausstattung.
Deutlicher Umsatzrückgang
Ab dem Jahr 2020 verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage spürbar. Der Umsatz sank von 800,2 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 589,9 Millionen Euro im Jahr 2023. Ursachen waren unter anderem verändertes Konsumverhalten, steigende Kosten sowie die strukturellen Probleme des stationären Einzelhandels. Nach weiteren wirtschaftlich schwierigen Monaten geriet das Unternehmen schließlich in eine existenzbedrohende Schieflage.
Insolvenz im Juni 2025
Im Juni 2025 meldete die "Brüder Schlau GmbH" gemeinsam mit mehreren Tochtergesellschaften Insolvenz an. Damit stand auch die Zukunft der Marke Hammer auf dem Spiel. Für viele Filialen, Beschäftigte und Lieferanten war lange unklar, wie es weitergehen würde.
Neuer Eigentümer setzt auf Dienstleistungen
Mit der Übernahme von 93 Märkten durch das Konsortium "ReThink" soll nun ein Neustart gelingen. Nach Angaben der neuen Eigentümer soll sich Hammer künftig vor allem auf die Vermarktung von Raumausstattungs-Handwerksleistungen konzentrieren. Geplant ist eine stärkere Verzahnung von Handel und Handwerk sowie eine Positionierung als umfassender Dienstleister rund um die Raumgestaltung.
Lenau Holding als treibende Kraft
Hinter "ReThink" steht offenbar allein die Lenau Holding aus Wien. Deren Geschäftsführer Rainer Schrems ist inzwischen auch im Impressum der Website hammer-raumstylisten.de aufgeführt. Schrems beschreibt sein Tätigkeitsfeld selbst als „verlässliche Führung in unternehmerischen Ausnahmesituationen“ und bietet unter anderem Unterstützung bei Sanierungen, Reorganisationen und Restrukturierungen an.
Ungewisse Zukunft, aber neuer Kurs
Mit der Übernahme beginnt für Hammer ein neues Kapitel. Ob der Strategiewechsel hin zu stärker dienstleistungsorientierten Konzepten langfristig erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.
Klar ist jedoch: Die traditionsreiche Marke befindet sich im Umbruch. Zwischen Sanierung, Neupositionierung und dem Versuch, sich in einem schwierigen Marktumfeld neu zu behaupten.
